Mitgliederversammlung 2016

Verein investiert in die Zukunft

Seestermühes Bürgermeister Thorsten Rockel, selbst aktives Mitglied der Wassersportler des Vereins, brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Uns steht ein spannendes Jahr bevor – als Gemeinde und auch als Sportverein“. Wie berichtet, plant die Gemeinde Seestermühe auf einem Teil des Geländes des TSV Seestermüher Marsch ein neues Multifunktionshaus zu errichten. Von dem neuen Bau soll auch der Sportverein profitieren, der in dem Gebäude neben neuen Umkleidekabinen einen Fitnessraum erhält. „Wir haben im vergangenen Jahr schon zugeschlagen und bei der Auflösung eines Fitnessstudios einige Geräte erstanden“, blickte der Vorsitzende Jürgen Pliquet auf die neuen Möglichkeiten. Auch in den bestehenden Gebäuden werden demnächst Handwerker Einzug erhalten. Einstimmig billigten die Mitglieder während der Jahreshauptversammlung des Vereins die Pläne des Vorstands, die Duschen im Vereinshaus zu sanieren. Kosten von rund 12.000 Euro kommen damit auf den TSV zu. „Investitionen in die Zukunft“, war man sich einig – immerhin ist der TSV Seestermüher Marsch sportliche Heimat von aktuell 560 aktiven sowie zahlreichen passiven Mitgliedern bei einem Jugendanteil von rund 30 Prozent. Auch diese Zahlen legte Pliquet der Versammlung vor und machte obendrein deutlich, welche gesellschaftliche Stellung der Verein in den Gemeinden Seester und Seestermühe auch außerhalb des aktiven Sports besitzt: Vom Osterfeuer über das gemeinsame Graue-Erbsen-Essen und der Unterstützung des Benefiz-Volkslaufs zugunsten des Kinderhospiz „Sternenbrücke“ bis hin zur jährlichen Sportjugend-Kulturwoche sowie einem Sommerferienprogramm für Kinder reichte der Jahresrückblick. „Diese Berichte zeigen, wie verwurzelt der Verein in den Gemeinden ist und umgekehrt, wie verbunden die Menschen mit dem Verein sind. Da soll noch mal einer sagen, auf dem Dorf wäre nichts los…“, ergänzte Rockel.

Die große Geschlossenheit im TSV Seestermüher Marsch schlug sich auch in den Wahlen nieder. Jürgen Pliquet bekam ebenso einstimmig das Vertrauen für eine weitere Amtszeit als Vereinschef ausgesprochen, wie auch Ehrenratsmitglied Waldemar Feja. Auch die neue Vereinssatzung wurde ohne Gegenstimme angenommen sowie die neue Finanzsatzung, die Vorstand und Beirat größere Entscheidungsfreiheiten bei der Verwendung Geldern einräumt: Bislang war bei Beträgen über 5.000 Euro stets das Votum der Mitgliederversammlung notwendig, zukünftig darf der Vorstand gemeinsam mit dem Beirat selbstständig über Ausgaben bis zu einer Höhe von 15.000 Euro entscheiden. „Damit bringt ihr uns großes Vertrauen entgegen“, dankte Pliquet anschließend.

Beim TSV Seestermüher Marsch wurden langjährige Mitglieder geehrt. TSV Seestermüher Marsch: Jahreshauptversammlung am 11.03.2016. Foto: Kay Stieler (kst). Ehrung von langjährigen Mitgliedern: V.l. Hans-Gustav Stade, Jürgen Pliquet, Gerd Hägemann, Lars und Tim Tiedemann, Volker Bohn, Jürgen Heimböckel, Kevin Averhoff, Hans-Hermann Gebers, Manfred Runge.

Beim TSV Seestermüher Marsch wurden langjährige Mitglieder geehrt.
TSV Seestermüher Marsch: Jahreshauptversammlung am 11.03.2016. Foto: Kay Stieler (kst).
Ehrung von langjährigen Mitgliedern: V.l. Hans-Gustav Stade, Jürgen Pliquet, Gerd Hägemann, Lars und Tim Tiedemann, Volker Bohn, Jürgen Heimböckel, Kevin Averhoff, Hans-Hermann Gebers, Manfred Runge.

 

Ehrungen
20 Jahre:
Kevin Averhoff, Michelle Detjens, Walter Funke, Hans-Hermann Gebers, Jürgen Heimböckel, Wiebke Helfers, André Hinz, Lars Tiedemann, Tim Tiedemann
40 Jahre: Volker Bohn, Hans-Gustav Stade, Dieter Stieler, Jörg Wiemert
50 Jahre: Gerd Hägemann
Für besondere Verdienste: Manfred Runge (seit 18 Jahren Judo-Trainer) und Frauke Runge (Klubheimbewirtung)

 

Kay Stieler, Elmshorner Nachrichten

 

Jahreshauptversammlung 2015

Der geplante Neubau des gemeindlichen Multifunktionshauses gehört auch für den TSV Seestermüher Marsch, dem gemeinsamen Breitensportverein der Gemeinden Seestermühe und Seester, zu den größten Projekten der letzten drei Jahrzehnte – allerdings wohl auch zu den umstrittensten, wie auf der Jahreshauptversammlung der Sportler deutlich wurde. So sparte der Fußball-Jugendleiter Lasse Zipfel nicht mit Kritik an Vereinsführung und Gemeinde und blickt „mit Bedauern auf die Veränderungen im Vereinsumfeld“ und die seiner Meinung nach „sinnfreien Zugeständnisse“. Wie berichtet, beabsichtigt die Gemeinde Seestermühe auf dem vom TSV genutzten, gemeindeeigenen Areal ein Multifunktionshaus zu errichten, welches die Feuerwehr, den Bauhof und weitere Vereine beherbergen soll.

Auch der Sportverein soll durch den Neubau unter anderem mit zusätzlichen Umkleidekabinen und einem Fitnessraum profitieren. Im Gegenzug wird, so der Plan, der bestehende Grandplatz um etwa ein Drittel der jetzigen Fläche verkleinert. „Das Lob der Gemeinde über die hervorragende Jugendarbeit des TSV wird mit den aus der Verkleinerung des Sportplatzes resultierenden Nachteilen ad absurdum geführt“, meinte Zipfel, „das kann auch nicht mit einem Fitnessraum ausgeglichen werden, denn Fußball wird immer noch draußen gespielt“. Weiterhin lehnte Zipfel die Sanierung des „verbleibenden Restes“ des Grandplatzes ab und forderte dazu auf, langfristig auf einen Kunstrasenplatz hinzuarbeiten.

Das wollte Seestermühes Bürgermeister Thorsten Rockel nicht auf sich sitzen lassen: „Es erstaunt mich, hier und zu diesem Zeitpunkt, wo die Bauanträge bereits gestellt worden sind, solche Kritik zu hören. Jeder Schritt ist mit Vertretern des Vereins abgestimmt worden und alle Bedenken und Vorschläge hätten jederzeit und von jedem bei den öffentlichen Sitzungen des Bauausschusses und des Gemeinderats geäußert werden können“. Ebenso stellte Vereinschef Jürgen Pliquet fest: „Der Vorstand steht hinter dem Bau des Hauses“.

Unstrittig waren die übrigen Punkte der Tagesordnung. Einstimmig wurden der Vorstand entlastet und der Haushaltsplan 2015 verabschiedet, der unter anderem knapp 10.000 Euro für die Sanierung der Duschen im Vereinshaus vorsieht.

Erfreut konnte Pliquet auch von konstanten Mitgliederzahlen berichten: Die 661 Angehörigen, davon 589 aktive Sportlerinnen und Sportler mit einem Jugendanteil von 32 Prozent, bedeuten einen Rückgang um lediglich zwei Mitglieder im Vergleich zum Vorjahr. Einer von ihnen ist Frank Geisler, der dem TSV Seestermüher Marsch seit 40 Jahren die Treue hält und vom Vorsitzenden hierfür mit Urkunde und Ehrennadel ausgezeichnet wurde. Eine besondere Ehre wurde auch dem jungen Seesteraner Jan-Mathes Früchtenicht zu Teil: Die stellvertretende Jugendleiterin Simone Piening ehrte ihn als „Jugendsportler des Jahres“. Piening: „Jan-Mathes hat nicht nur eine hervorragende Trainingsbeteiligung, vorzuweisen sondern auch einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Er hilft stets den kleineren und schwächeren und zeigt sich auch im Wettkampf immer fair“.

 Einstimmig wiedergewählt wurden der zweite Vorsitzende Hans-Joachim Detjens und Kassenprüferin Ursula Karp. Für den im vergangenen Jahr verstorbenen Hans Rönnfeld rückt Rudolf Früchtnicht in den Ehrenrat nach.

Verstärken wird der TSV Seestermüher Marsch seine Öffentlichkeitsarbeit. So kündigte Pliquet unter anderem einen in Arbeit befindlichen Werbeflyer an und Turnspartenleiter Rene Coura schlug einen zusätzlichen Infokasten an der Turnhalle in Seester vor. Auch soll das Angebot des Vereins erweitert werden. Eine Aerobic-Gruppe trifft sich seit kurzem einmal pro Woche und ab Sommer haben vor allem ältere Menschen die Möglichkeit, sich sitzenderweise mit „Stuhl-Sport“ fit zu halten.

Wahlen:
Stellvertretender Vorsitzender:
Hans-Joachim Detjens

Kassenprüferin: Ursula Karp

Ehrenratsmitglied: Rudolf Früchtnicht

Ehrungen

Jugendsportler des Jahres: Jan-Mathes Früchtenicht

20-jährige Mitgliedschaft: Petra Dralle, Hauke Dupke, Philipp Simon Fischer, Karsten Früchtnicht, Lorenz Howold, Jendrik Stöver, Kevin Detjens, Marcus Usadel, Jasmin Usadel, Rebecca Wegner, Bernd Detjens, Christa Detjens, Gudrun von Drathen, Peter Vongehr, Michelle Karp, Marco Kock, Stefanie Kock, Stella Röttger, Käthe Tedsen

40-jährige Mitgliedschaft: Frank Geisler

(Bericht: Kai Stieler)