Vor dem Anpfiff: Katerstimmung beim TSV Seestermüher Marsch


Große Aufstiegshoffnungen hegte der TSV Seestermüher Marsch in der vergangenen Saison. Die Mannschaft von Maik Richert präsentierte sich bestens in Form und sorgte für wohlklingende Schlagzeilen wie „Tefci weist Tangstedt früh in die Schranken“ (fussball.de am 27.10.2019), „Seestermühe schießt Sportfreunde Pinneberg ab“ (fussball.de am 17.11.2019), „TSV Seestermüher Marsch seit 12 Spielen ohne Pleite“ (fussball.de am 24.11.2019) oder „TSV Seestermüher Marsch am Gipfel“ (fussball.de am 30.11.2019).


Doch dann kam das jähe Ende der Serie: Witterungsbedingte Spielausfälle, Winterpause – und schließlich der Saisonabbruch aufgrund der Corona-Krise. Für den ehemaligen Bezirksligisten der Anfang vom Ende? „In den letzten Wochen haben uns leider einige Spieler verlassen“, meint Trainer Maik Richert und muss angesichts des eh schon knappen Kaders zugeben: „Personell sieht es aktuell leider nicht allzu rosig aus“. Die Abgänge von Eike Jessen, Lasse Zipfel, Philipp Junke und Lars Tiedemann schmerzen, Neuzugänge: Fehlanzeige. „Neue Spieler zu gewinnen ist unter den gegebenen Bedingungen extrem schwer. Wir haben keinen Nachwuchs aus dem eigenen Jugendbereich, keine zweite Mannschaft – und die Unsicherheit nach Saisonabbruch, Zwangspause und fraglichem Beginn der neuen Spielzeit ist auch nicht unbedingt fördernd“, zählt Richert Ende August auf.


Immerhin eine frohe Nachricht konnte der Trainer seiner Elf mittlerweile überbringen. Aufgrund des schlechteren Punktekoeffizienten als Tabellenzweiter der Kreisklasse A5 hatte man sich nach der abgebrochenen Saison schon ganz darauf eingestellt, ein weiteres Jahr in der Kreisklasse zu spielen.

Die Überraschung folgte schließlich mit der Veröffentlichung der Staffeleinteilungen durch den Hamburger Fußball-Verband am 4. September 2020: Nach mehreren Rückzügen und Nichtmeldungen von Mannschaften hat der TSV Seestermüher Marsch nun doch den Sprung zurück in die Kreisliga 8 geschafft.


Das Aufgebot
Tor: Uwe Dahlke, Malte Luitjens Abwehr: Simon Fifka, Andre Hinz, Danny Hinz, Jan-Ole Themm Mittelfeld: Brian Averhoff, Tim Detjens, Hannes Boyens, Christian Lohse, Tim Rode, Tim Tiedemann Angriff: Timo Bachert, Hendrik Mühlenkamp, Metin Tefci, Mike Tiedemann Trainer: Maik Richert

Staffeleinteilung
Kreisliga 8, Saison 2020/21, Hamburger Fußball-Verband

TuS Appen, SC Ellerau, TV Haseldorf, Heidgrabener SV II, TuS Hemdingen-Bilsen, Holsatia Elmshorn im EMTV, SV Hörnerkirchen II, Kummerfelder SV , SV Lieth II, SSV Rantzau II, Rasensport Uetersen II, SV Rugenbergen II, TSV Seestermüher Marsch, TSV Sparrieshoop, TuS Holstein Quickborn, FC Union Tornesch II

08.03.2019 Vor dem Anpfiff – KREISLIGA 8: TSV Seestermüher Marsch – Holsatia/EMTV


Der Countdown läuft. Zehn Spiele gilt es in der laufenden Saison noch zu absolvieren. Zehn Wochen Zittern um den Aufstieg an der Tabellenspitze, zehn Wochen Zittern um den Klassenerhalt bei den Kellerkindern. Zu letzteren gehört zweifelsohne der TSV Seestermüher Marsch. Dort hat Maik Richert in der Winterpause das Zepter übernommen. „Wir wollen das Ruder noch einmal herumreißen, um jeden Preis in der Kreisliga bleiben“, gab der ein klares Ziel vor. Davon waren die Märschler, zur Zeit Vorletzter und mindestens acht Punkte von einem rettenden Platz entfernt, während ihres ersten Pflichtspiels des neuen Jahres mit einem 1:6 beim SV Hörnerkirchen, allerdings noch meilenweit entfernt. „Ich habe meiner Mannschaft beim Training am Dienstag gründlich den Kopf gewaschen. Denn das, was nach dem Rückstand in der zweiten Halbzeit geboten wurde, war Arbeitsverweigerung – und so etwas dulde ich nicht. Von erwachsenen Männern erwarte ich, dass man selbst in einer aussichtslosen Lage bis zum Abpfiff kämpft und sich beim Stand von 1:2 oder auch 1:3 nicht völlig aufgibt“, versucht Richert gar nicht erst, das Vorwochenergebnis schön zu reden, erwartet aber eine Wiedergutmachung seiner Elf am Sonntag, wenn der TSV seine Nachbarn von Holsatia Elmshorn zum Derby begrüßt.

Dort hat das Team um Nils Hammermann und Thorben Pingel das 1:1-Remis aus dem Hinspiel noch nicht ganz verdaut, wittert nach einer starken Mannschaftsleistung mit Last-Minute-Sieg gegen den 1. FC Quickborn aber eine Chance auf Revanche. Dabei könnte Richert mit einer Punkteteilung gut leben: „Natürlich wollen wir gewinnen, ein Dreier könnte endlich der lang ersehnte Befreiungsschlag sein – aber das wird schwer. Denn ein Derby hat immer seine eigenen Regeln, zudem sind auch die Platzverhältnisse bei diesem Wetter fraglich und schwierig. Ich schätze, dass das Spiel in der ersten Viertelstunde entschieden wird und derjenige gewinnt, der das erste Tor schießt“, mutmaßt der. (Kay Stieler)

03.03.2019 KREISLIGA 8: SV Hörnerkirchen – TSV Seestermüher Marsch 6:1 (1:1)

SV Hörnerkirchen: Schikowski – Eichentopf, Riepen, N. Kunrath – Walkovs, Kruse, Harms (75. Ring), T. Kunrath, L.-D. Schmidt (46. Münster), Bewernick (46. Bauermeister) – Ristow
TSV Seestermüher Marsch: K. Averhoff – A. Hinz (60. Jessen), Junke, Themm, Zipfel – Rode, Andi (65. Piening), D. Hinz, T. Männle – Mühlenkamp
Tore: 0:1 Mühlenkamp (14.), 1:1 Ristow (36.), 2:1 Harms (46.), 3:1 Bauermeister (56.), 4:1 Kruse (74.), 5:1 Ristow (83.), 6:1 Kruse (84.)

Beim SV Hörnerkirchen wollte der TSV Seestermüher Marsch mit seinem neuen Trainer Maik Richert das Projekt Klassenerhalt starten. Und das sah bis zur Halbzeitpause auch gar nicht einmal so schlecht aus: Hendrik Mühlenkamp brachte die Märschler in Führung, Simon Ristow glich vor dem Pausentee für Hörnerkirchen aus. „Seestermühe hatte die Chance, auf 2:0 zu erhöhen und wer weiß, wie sich das Spiel dann entwickelt hätte“, gab Hökis Kapitän Jan Ring zu, während Richert zugeben musste: „Wir waren einfach zu doof zum Tore schießen“. Die zweite Hälfte geriet dann aber zu einem Spiel auf ein Tor. Timo Harms steuerte den Ball direkt nach Wiederanpfiff vom Mittelkreis aus über Torhüter Kevin Averhoff ins Netz, „danach haben wir dann die Köpfe hängen gelassen“, ärgerte sich Richert und Ring ergänzte: „Am Ende war Seestermühe mit dem 1:6 noch gut bedient“. (Kay Stieler)

1.02.2019 KREISLIGA 8: Richert soll Seestermühe retten

Kann er den TSV Seestermüher Marsch vor dem Absturz in die Kreisklasse retten? „Wir haben ein ganz klares Ziel: Raus aus dem Tabellenkeller – und das mit allen Mitteln!“, brachte Maik Richert es auf den Punkt.

Seit wenigen Tagen schwingt er das Zepter beim strauchelnden Kreisligisten, unmittelbar vor dem Auftakttraining nach der Winterpause hatte Seestermühes Fußballchef Rolf Tiedemann den Neuen an der Seitenlinie vorgestellt. Wobei: „Neu“ ist Richert nun wahrlich nicht, eher ein „alter Bekannter“. Fünfeinhalb Jahre lang hatte er die zweite Mannschaft der Märschler trainiert, war dann Anfang 2017 seinem ehemaligen Co-Trainer Kim Neidenberger zum FC Elmshorn II gefolgt. Nun die Rückkehr an den Deich: „Mir hat es in Seestermühe immer gut gefallen und der Kontakt zwischen Verein und mir ist nie abgerissen.

Nachdem Sven Glück im Dezember sein Traineramt niedergelegt hat, sind der Vorstand und ich uns schnell einig geworden“. Doch es warten arbeitsreiche Wochen auf Mannschaft und Trainer. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga 2017 befindet sich der TSV aktuell auf dem Weg in die Kreisklasse. Als Tabellen-Vorletzter der Kreisliga 8 trennen die Seestermüher elf Spieltage vor dem Saisonende mindestens acht Punkte von einem rettenden Tabellenplatz. „Im Winter konnten wir mit Jan Röhrig und Fabian Stieler zwei Spieler reaktivieren, bei den ersten Trainingseinheiten standen jeweils 18 bis 19 Akteure auf dem Platz, alle sind motiviert – ich glaube fest daran, dass wir uns aus dem Sumpf herausziehen können“, ist sich Richert sicher. (Kay Stieler)

25.11.2018 KREISLIGA 8: TuS Holstein Quickborn – TSV Seestermüher Marsch 2:1 (2:0)

TSV Seestermüher Marsch: Dahlke – D. Hinz, Zipfel, Themm, Junke – T. Männle, Behrens, Rode, Averhoff (63. Andi), A. Hinz – Boyens (56. K. Früchtnicht)
Tore: 1:0 (16.), 2:0 (43.), 2:1 A. Hinz (83.)

Nach der 1:2-Niederlage beim TuS Holstein sieht es für den Ex-Bezirksligisten aus Seestermühe kurz vor der Winterpause düster aus.

Mit gerade einmal 23 Treffern weist der TSV die zweit-schwächste Offensive der Liga auf, mit 54 Gegentoren steht die Defensive als viert-schlechteste nur wenig besser dar. Unter den bislang 12 Punkten wurde nur ein einziger auswärts gewonnen – und auch in Quickborn gab es dank einer „größtenteils katastrophalen Leistung“, wie es aus Reihen der Mannschaft hieß, nichts zu holen.

Dort witterten die Gastgeber in einem insgesamt zerfahrenen Spiel mit Personalsorgen auf beiden Seiten schon den sicheren Sieg, als es André Hinz sieben Minuten vor Abpfiff mit seinem Anschlusstreffer noch einmal spannend machte. Die Punkte rette das aber nicht, „hier ist uns letztendlich einfach die Zeit davon gelaufen“, haderte man beim TSV. (Kay Stieler)

18.11.2018 KREISLIGA 8: TSV Seestermüher Marsch – TuS Hasloh (1:1)

TSV Seestermüher Marsch: Dahlke – A. Hinz, Junke (48. Andi), Themm, D. Hinz – Rode, T. Männle, Behrens, Röhrig (65. B. Averhoff), Zipfel – Tefci
Tore: 1:0 Behrens (20.), 1:1 (37.)

Für den abstiegsbedrohten TSV Seestermüher Marsch sprang gegen den Tabellen-Vierten TuS Hasloh immerhin ein Punkt heraus. „Damit bin ich absolut zufrieden“, kommentierte Seestermühes Liga-Obmann Klaus Kimpel, der am 17. Spieltag als Cheftrainer beim TSV an der Seitenlinie agierte.

Gerade in den ersten 30 Minuten zeigten die Märschler ein starkes Spiel, gewann zahlreiche Zweikämpfe und konnte durch Thore Behrens verdient in Führung gehen. „Ohne eine einzige Torchance“, so Kimpel, habe der Gast dann aber noch vor dem Pausentee ausgeglichen: Einen Freistoß aus 30 Metern ließ Keeper Uwe Dahlke unglücklich abprallen, den Nachschuss von Haslohs Justus Hartig konnte er nicht parieren.

Die zweite Spielhälfte blieb torlos, was nicht zuletzt an den schwindenden Kräften auf beiden Seiten lag. „Das sah insgesamt gar nicht so schlecht aus, am Ende fehlte uns aber noch die Kraft für den letzten Pass…“, meinte Kimpel rückblickend – ehe er sich gemeinsam mit Mannschaft und Zuschauern beim gemeinsamen Essen im Vereinsheim über leckeren Grünkohl, Kochwurst und Schweinebacke  freuen durfte. (Kay Stieler)

11.11.2018 KREISLIGA 8: FC Union Tornesch II – TSV Seestermüher Marsch 2:1 (2:1)

TSV Seestermüher Marsch: Dahlke – A. Hinz, Zipfel, Themm, Junke – Rode, C. Lohse (65. K. Früchtnicht), Andi, Behrens, Jessen (23. Hofrichter) – Tefci
Tore: 0:1 Rode (10., Foulelfmeter), 1:1 (21.), 2:1 (23.)
Besonderes Vorkommnis: Dahlke hält Foulelfmeter (71.)

„Was soll ich dazu noch groß sagen. Die Tabelle lügt nicht, wir stehen zu recht auf einem Abstiegsplatz…“, musste Seestermühes Ligaobmann Klaus Kimpel nach der 1:2-Niederlage im Kellerkrimi beim FC Union Tornesch II mit Blick auf den 15. Tabellenplatz, dem die Märschler derzeit belegen, zugeben. Mindestens fünf Punkte trennen den TSV nunmehr vom rettenden, 13 Platz, den der FCU II im direkten Vergleich mit dem TSV Seestermüher Marsch erfolgreich verteidigen konnte.

Zwar begann der TSV stark, vergab aber zunächst zwei gute Chancen auf die Führung, ehe Tim Rode nach Foul an Metin Tefci vom Elfmeterpunkt aus traf. Dann nutzte Tornesch das dreiminütige Unterzahlspiel der Märschler aufgrund einer Verletzung und der folgenden Auswechslung von Seestermühes Eike Jessen, um das Ergebnis zu seinen Gunsten zu drehen. Nach dem Seitenwechsel war der TSV bemüht, ohne sich aber wirkliche Torchancen erarbeiten zu können. Immer wieder gefordert war dabei Schlussmann Uwe Dahlke. „Der hat uns lange im Spiel gehalten“, bescheinigte Kimpel dem Torwart gute Noten, die er sich nicht zuletzt durch einen gehaltenen Foulelfmeter (71.) verdient hatte. Die Niederlage im sogenannten „Sechs-Punkte-Spiel“ konnte aber auch der nicht verhindern.

„Nun heißt es irgendwie durchzuhalten bis zur Winterpause… und dann sehen wir mal weiter“, machte Kimpel deutlich, dass er keine kurzfristige Lösung für die Seestermüher Misere sieht. Zu wenig Personal, eine zu geringe Trainingsbeteiligung… und mit dem TuS Hasloh, TuS Holstein Quickborn und dem TSV Heist bis zum geplanten Start der Winterpause am 2. Dezember zudem noch zwei starke Mannschaften aus der oberen Hälfte der Tabelle vor der Brust. (Kay Stieler)

02.11.2018 KREISLIGA 8: SC Egenbüttel II – TSV Seestermüher Marsch 5:0 (1:0)

TSV Seestermüher Marsch: B. Averhoff – A. Hinz, Zipfel (57. K. Früchtnicht), Junke, Themm – Andi, Rode, T. Männle, Behrens, C. Lohse – Boyens (43. Hofrichter)
Tore: 1:0 (44.), 2:0 (47.), 3:0 (65.), 4:0 (68., Foulelfmeter), 5:0 (90.)

Ohne das Sturm-Duo Metin Tefci und dem an einer Schulterverletzung laborierenden Hendrik Mühlenkamp, hatte der TSV Seestermüher Marsch am Freitagabend bei Spitzenreiter SC Egenbüttel II keine Chance. Im Gegensatz zu den Märschlern hatte der Gastgeber als frisch gebackener Herbstmeister nach dem Abpfiff allen Grund zum Jubeln.

Dabei verstanden es die Märschler zunächst noch, die Partie am Rellinger Moorweg lange offen zu halten. Gerade einmal zwei Torschüsse konnte der SCE bis zum Pausentee abgeben, mit dem zweiten Versuch dann allerdings die 1:0-Führung kurz vor Halbzeitpfiff herstellen. Doch spätestens nach dem 2:0, Abwehrspieler Andre Hinz hatte sich an der Grenze zum eigenen Strafraum ein unnötiges Foul an seinem Gegenspieler geleistet, der fällige Freistoß rollte unter den Füßen der hochspringenden Mauer hindurch im Tor von Brian Averhoff, zeichnete sich die deutliche Niederlage ab. „Die Köpfe vieler Spieler gingen nach unten…“ kommentierte TSV-Trainer Sven Glück, während Egenbüttel drei weitere Tore einschenkte. Fazit: Egenbüttel wollte die Herbstmeisterschaft – und dem TSV fehlten schlichtweg die Mittel, das zu verhindern.
(Kay Stieler)