Chronik

Die Ursprünge des Vereins gehen bereits auf das Jahr 1912 zurück. Auf Wunsch der Schüler und Anraten des Lehrers Theodor Reese gründete sich in der heutigen Gemeinde Seester der „Turnverein Kurzenmoor“, welcher sich später in „Turnverein Seester“ umbenannte und sowohl Kindern als auch Erwachsenen der beiden Gemeinden Seester und Seestermühe offen stand. Seine Existenz verliert sich jedoch nach dem Ersten Weltkrieg.

Der heutige TSV Seestermüher Marsch entstand aus einer Wiedergründung im Jahre 1924, die offizielle Bezeichnung war zu dieser Zeit „Turnverein Seestermühe“. Große Erfolge wurden vor dem Zweiten Weltkrieg vor allem im Schlagball gefeiert.

Um der drohenden Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, wurde 1933 der Vereinsbetrieb vollständig eingestellt. Ein Versuch, den Verein wieder aufleben zu lassen, fand erstmals nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1946 statt, scheiterte jedoch, zumal die Menschen in der Seestermüher Marsch sich so kurz nach Kriegsende erst einmal darauf konzentrieren mussten, ihre private und geschäftliche Existenz wieder aufzubauen und dabei kaum Zeit für sportliche Aktivitäten fanden.

Zwischen den Jahren 1949 und 1953 ruhte der Betrieb dadurch komplett. Dies änderte sich erst 1953, als unter dem 1. Vorsitzenden Otto Kersten die Fußballsparte gegründet wurde. Hiermit verbunden war auch eine Namensänderung bzw. -anpassung, der Verein wurde fortan als „Turn- und Sportverein Seestermühe“ geführt. Lange Zeit blieben die Fußballer die einzige Sparte und richteten sich notdürftig einen Sportplatz im Außendeichsgelände in direkter Nähe zur Elbe her. Jedoch wurde der Platz mehrmals im Jahr von schweren Sturmfluten heimgesucht, so dass dieser anschließend nur noch mit einem Boot zu befahren war. Erst 1955 konnte man die Einweihung eines neuen Sportplatzes jenseits der Deichlinie in Seestermühes Ortskern an der Dorfstraße feiern. Als Vereinslokal diente die direkt angrenzende Gastwirtschaft. An Flutlicht und warmen Duschen war dabei noch nicht im Ansatz zu denken. Ein kleiner Holzofen erwärmte die notdürftigen Umkleidekabinen und verbrannte beim Anfeuern so manchen Bart, die Autos der Fußballer wurden in der dunklen Jahreszeit um den Sportplatz herum aufgestellt, um mit den Scheinwerfern zumindest etwas Licht zu bekommen.

Die Reste der sporadischen Dusche sind noch heute vor den inzwischen modernen Kabinen in Seestermühe zu erkennen: als Stiefelwaschanlage. Als zweite Sparte wurde 1970 die Wassersport-Sparte aus der Taufe gehoben, welche ihre Heimat in einem kleinen Bootshafen am Elbufer fand, ein zweiter Liegeplatz wurde an der Krückau eingerichtet. 1971 folgte die Gründung der Tischtennisabteilung und der Gymnastik-Sparte, welche Jahre später der Turnsparte angegliedert wurde. Gespielt und trainiert wurde zunächst in einer kleinen Halle in der Seestermüher Dorfstraße, die heute die Geschäftsräume eines Raumausstatters beherbergt, wobei zahlreiche Elemente der Turnhalle bis heute in und an dem Gebäude erhalten geblieben sind. Kurze Zeit später wurde die Sporthalle an der Grundschule in Seester fertig gestellt, die nun auch die räumlichen Voraussetzungen für weitere Sportarten schaffte, z.B. dem Rhönradturnen, welches bundesweit nur wenige Vereine anbieten. Im Rhönradturnen konnten landes- und bundesweite Erfolge von Mitgliedern des Sportvereins, der im Sinne der Gleichberechtigung der an dem Verein beteiligten Gemeinden aus der Seestermüher Marsch seit 1972 den Namen „TSV Seestermüher Marsch von 1924 e.V.“ trägt, gefeiert werden.

So bescherte Landesmeister Hagen Wehrend dem Verein weit über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung und Bekanntheit. 1981 fanden sich entsprechend dem bundesweiten Trend schließlich genügend Interessierte für die Gründung einer eigenen Tennissparte. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte dürfte auch der Bau und die Einweihung des neuen Klubhauses an der Seestermüher Dorfstraße 1985 sowie die darauf folgende Erweiterung des Sportgeländes um drei Tennisplätze und einen mit Flutlicht ausgestatteten Grandplatz gewesen sein. 1987 wurde die Tanzsparte gegründet und seit 1999 besteht in der Seestermüher Marsch die Möglichkeit, mit Judo einen Kampfsport auszuüben. Die 1988 ins Leben gerufene Kutterpuller-Mannschaft feierte von Anfang an große Erfolge in der gesamten Bundesrepublik, u.a. bei Rennen im Hamburger Hafen, der Kieler Förde oder beim Internationalen Bremer Kutter-Race. Bei 39 Rennen zwischen den Jahren 1988 und 2004 wurde 13 mal gewonnen, sieben mal der zweite und neun mal der dritte Podiumsplatz erreicht. Von Zeit zu Zeit finden sich auch Sportgruppen, welche mehr oder minder regelmäßig beispielsweise Badminton oder Handball praktizieren, hier kam es aber noch zu keiner Spartengründung.

In all den Jahren hat sich der TSV Seestermüher Marsch zu einem modernen Breitensportverein mit mehr als 600 Sportlern in sechs Sparten entwickelt, denen am Sportzentrum in Seestermühe neben dem Vereinsheim insgesamt zwei Fußball- und drei Tennisplätze sowie an Elbe und Krückau jeweils ein kleiner Hafen zur Verfügung stehen. In Seester wird von den Fußballern ein großer und ein kleiner Rasenplatz der Gemeinde genutzt, die Turnhalle des Schulverbandes sowie von den Tänzern der Kirchensaal der Kirchengemeinde.